Revolution 2012

Revolution

 Nach den erfolgreichen Produktionen aus den Jahren 2007 bis 2010, konnte im Juni 2012 die mittlerweile fünfte Inszenierung von “theaterTATort” am 01.06. Premiere feiern. Das Zwei-Mann-Stück “Revolution” konnte im Kammertheater “Der kleine Bühnenboden” an sechs Terminen aufgeführt werden. Weitere Informationen erhalten Sie über die linke Navigationsleiste.

Pressemeinungen zur Inszenierung:

“Die Autoren Nils Mohl und Max Reinhold haben mit ihrem Zwei-Mann-Stück „Revolution“ ein unterhaltsames Wortgeplänkel geschrieben und die Schauspieler Holger Klocke und Michael Schmalz vom theaterTATort (Regie: Ann-Christin Holkenbrink) betonten bei der Premiere im Kleinen Bühnenboden die fröhliche Note.” (Westfälische Nachrichten, 03.06.2012)

“Das sympathische Theater an der Schillerstraße war gut gefüllt, und das Publikum freute sich sichtlich auf diese Premiere. Kein Wunder, hat sich theaterTATort unter den münsterschen Amateurtheatern doch schon längst einen Namen gemacht.” (Westfälische Nachrichten, 03.06.2012)

“Holger Klocke und Michael Schmalz ziehen die „Revolution“ ohne Pause textsicher durch.” (Westfälische Nachrichten, 03.06.2012)

“Mit einem Panthersprung hechten Michael Schmalz und Holger Klocke vor das Mauer-Ungetüm und entfesseln wilden Existenzialismus.” (Münstersche Zeitung, 04.06.2012)

“Begeisterter Beifall.” (Münstersche Zeitung, 04.06.2012)

Regie: Ann-Christin Holkenbrink

Darsteller: Michael Schmalz und Holger Klocke

Inhalt

 In den frühen Morgenstunden beginnen zwei befreundete Männer einen Diskurs. Die vorangegangene Nacht hat dazu beigetragen, dass die Stimmung einen „mentalen Raum“ erzeugt, in dem „die Ordnung abgeschafft wird“.

Das Gespräch beginnt. Es wird – wie Gespräche sind – gesteuert durch eine Mischung von Fragen und Antworten. Die Dialoge handeln vom Ausloten der Gesellschaft, abstrusen Zusammenhängen zwischen Evolution und der „Zickigkeit“ der Frauen bis hin zu Männerhandtaschen und Schuldgefühlen der Menschheit. Die beiden jungen Männer verwandeln engagiert belanglose „Allerweltsbemerkungen“ in Verschwörungs- und Weltuntergangsszenarien. Ein Gedankenkonstrukt wird schweigend weiterentwickelt und endet blitzschnell in einer neuen philosophischen Fragestellung.  Kein Thema ist zu klein, keins zu groß. Die beiden Freunde sind nicht immer offen zueinander. Der eine fühlt sich schuldig, empfindet Weltschmerz, sendet Botschaften, während der andere diese provokant in der Luft zerreißt und sich selbst oder sein „stetes Interesse an Sexualpraktiken“ besprechen möchte. Die Empörung des einen ist die Unterhaltung des anderen. Es wird gespielt. So geben sie sich immer wieder gemeinsam ihrer Leidenschaft hin – am liebsten naiv, radikal, verzerrt, intelligent und manchmal politisch nicht ganz korrekt.

„Revolution“ ist ein Dialogstück, in dem scheinbar nichts passiert – und das dabei auf intelligente Weise vorführt, wie die Welt in unseren Köpfen entsteht und funktioniert. Ein Spiel um Freundschaft und die Kunst, angesichts der Rätselhaftigkeit des Alltags und der Merkwürdigkeit unserer Existenz, Haltung zu bewahren.

Das Zwei-Personen-Stück “Revolution” kann als eine Bestandsaufnahme des Alltags der “Kinder des Kalten Krieges” bzw. der “Atari-Generation” – so die Selbstbezeichnung – angesehen werden. Die Uraufführung des gemeinsamen Theaterstücks von Max Reinhold und Nils Mohl fand im Rahmen eines Förderprojekts für junge, innovative Schriftsteller statt. Die “Antischublade” war ein Projekt, das die schweizer Theaterszene beleben sollte. Die Idee ging auf, so dass Theaterstücke “aus der Schublade geholt wurden” und inszeniert wurden.

Uraufführung am 24.04.2003 in Basel in Raum 33 (Regie: Christoph Moerikhofer)

Deutsche Uraufführung: 08.03.2004 im Schauspielhaus Kiel

Quelle: http://ju.antville.org/stories/362812/

Meinungen zum Stück:

„…ein attraktives, junges Stück Zeitdiagnostik.“ [Neue Zürcher Zeitung]

„”Revolution” zelebriert und entlarvt gleichermassen das Verhalten einer Generation, die sich kontinuierlich selbst unterläuft und sich augenscheinlich ziemlich langweilt. Das ist unterhaltsam gemachtes Theater“ [Jana Ulmann]

„Da wird erst über die bevorstehende Apokalypse gesprochen, um überzugehen zu schlechtem Kantinenessen und Hautkrankheiten. (…) ‘Revolution’ hat sonst weiter keine Handlung, dafür aber einen sehr unterhaltsamen Diskurs, der vom Publikum mit vielen Lachern bedacht wurde.“ [Deutschlandradio, Berlin]

Autoren

 Die beiden deutschen Autoren Nils Mohl und Max Reinhold haben sich beim Boxen kennengelernt. Im Jahr 2003 schrieben sie gemeinsam das Theaterstück “Revolution”. Es folgte 2005 das Stück “Ruhm”.

Max Reinhold (Quelle: www.literatur-kosmos.de)

Max Reinhold (geb. 1966) lebt mittlerweile in Brooklyn. Schon vor der gemeinsamen Arbeit mit Nils Mohl verfasste er verschiedene Krimis, u.a. “Klarer Fall” (1999), “Karibischer Traum” (2000) oder “Glänzende Zeiten” (2001).

Nils Mohl (Foto: a_amo)

Nils Mohl (geb. 1971), der sich auf seiner Homepage selbst als “provider of fine literature since 2000” bezeichnet, lebt mit seiner Familie in Hamburg, wo er u.a. als Dozent an der Uni tätig ist. Im Anschluss an “Revolution” veröffentlichte Mohl verschiedene Kurzgeschichten und Romane: “Kasse 53″ (2008), “Ich wäre tendenziell für ein Happy End” (2009) und vor allem “Es war einmal Indianerland” (2011) haben ihn einem größeren Publikum bekannt gemacht. Er gehört zum “Forum Hamburger Autoren” und erhielt in den letzten Jahren für sein Schaffen mehrere Preise, u.a. den Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis (2011) sowie bereits zweimal (2002 und 2008) den Literaturförderpreis der Stadt Hamburg.

Quellen: http://www.literatur-kosmos.de/ und http://blog.nilsmohl.de/nils-mohl/

Mitwirkende

Das “Dialogstück” Revolution dreht sich um den Diskurs zweier befreundeter Männer. Es ist ein wortgewaltiges Stück, in dem die Gesprächsthemen das handelnde Moment sind. Der Fokus auf die verbale Kommunikation wird von den Autoren schon daher unterstrichen, dass sie den beiden Charakteren keinen Namen gegeben haben. Sie heißen schlicht “Eins” und “Zwei” und sprechen sich niemals mit einem Namen an. Es sind jedoch Freunde. Diese beiden Figuren werden von Michael Schmalz und Holger Klocke verkörpert. Für Michael Schmalz ist es das zweite Engagement für “theaterTATort” nach seiner Rolle des Kretzky in Bandscheibenvorfall 2010. Holger Klocke steht nach seiner Regietätigkeit 2010 nun erneut auf der Bühne. Er war bereits in der ersten Inszenierung 2007 für das Ensemble als Darsteller aktiv und auch an allen folgenden Produktionen beteiligt.

Regie: Ann-Christin Holkenbrink

Die aus Ostbevern stammende Ann-Christin Holkenbrink ist bereits während ihrer Schulzeit mit dem Theaterspiel in Kontakt gekommen. Mehrere Jahre war sie in der Theater-AG ihrer Schule aktiv. Ihr Interesse für das Theater konnte sie als Ensemblemitglied des Theater Jugendclubs der Städtischen Bühnen Münster ausbauen und wirkte u.a. in “Schöne neue Welt” von Aldous Huxley mit. Auch während eines Freiwilligen Sozialen Jahres in Ruanda lebte sie ihr Theaterinteresse aus. Sie sagt über sich selbst, dass ihr die Theaterarbeit “immer wieder Kraft und Energie gibt”. Den “Mut für Neues und Unbekanntes”, den sie nach eigenen Angaben aus der Kreativität schöpft, professionalisierte sie, indem sie nach ihrem Studium des Grund- und Hauptschullehramts ein Erweiterungsstudium in Spiel- und Theaterpädagogik absolvierte. Nach dem Studium in Heidelberg und Bandung/Indonesien sowie Praktika in Irland, Litauen und erneut Ruanda, zog es sie wieder in die Heimat, nach Westfalen. Zur Zeit macht sie eine Aufbauausbildung zur Theaterpädagogin beim Off Theater in Neuss und arbeitet für die Theaterpädagogische Werkstatt Osnabrück. Dort gehört sie zum Team des Präventionsprogramms “Mein Körper gehört mir”.