Drei Mal Leben 2013

Stück

Ein panischer Schreck in der Abendstunde: „Die Finidoris kommen!“ – der wichtige Besuch steht einen Tag zu früh vor der Tür. Nichts ist vorbereitet, der Kühlschrank leer.
Eine ganz gewöhnliche Katastrophe nimmt ihren Lauf: Ein modernes Ehepaar, SIE Rechtsanwältin, ER Astronom – gerade noch im heiligen Clinch über die moderne Erziehung ihres Kindes – kämpft nun mit Chips, Salzstangen, Kümmelkeks und hinreichend Alkohol darum, vor dem hohen Besuch, dem berühmten Kosmologie-Experten Finidori und seiner Frau Gemahlin, das Gesicht zu wahren. Aber statt Eindruck zu schinden, stellen sie sich gegenseitig bloß in ihren Schwächen und provozieren ganz nebenbei einen entlarvenden Show-down ihrer Gäste. Zutage tritt allerseits: Eitelkeit, Geltungssucht, Sozialneid, Versagensangst, Frustration, Inhaltslosigkeit …
In der Komödie der französischen Erfolgsautorin Yasmina Reza kommen die Finidoris dreimal. Dreimal ereignet sich die gleiche Katastrophe. Aber dreimal nimmt sie einen unterschiedlichen Verlauf: immer überraschend, immer allzu bekannt, immer lächerlich, immer schlimm – ein hinreißendes gruppendynamisches Experiment in drei Variationen: Ende offen.

Yasmina Reza beschreibt mit Sensibilität, Humor und hinterhältiger, abgrundtiefer Bösartigkeit in drei Variationen das Zusammentreffen zweier Ehepaare, das sich jedes Mal anders gestaltet, obwohl es immer um die gleiche Grundkonstellation geht. Dabei verschieben sich die Machtverhältnisse permanent, einer kämpft gegen den anderen und vor allem die Ehefrauen haben durch ihr Einmischen ein gerüttelt Maß schuld, daß sich die Machtstrukturen im Beziehungsgeflecht dieser vier Menschen ständig verändern, sich ständig neue Macht-Konstellationen und -Koalitionen bilden, die dazu führen, daß eigentlich ein jeder gegen jeden kämpft und ihn zu erniedrigen sucht. Was fast als Komödie in feydeau’scher Manier beginnt, wächst sich aus zu einem Alptraum à la Bunuel.

Quelle: www.theater-verlag-desch.de

Autorin

Yasmina Reza

Yasmina Reza wurde 1957 in Paris als Tochter einer ungarischen Geigerin und eines iranischen Ingenieurs geboren. Reza studierte Soziologie und Theaterwissenschaften in Pars. Sie war Schauspielerin, Musikerin und wurde zweimal mit dem „Prix Molière“ ausgezeichnet. Für Roman Polanski schrieb sie die Theaterfassung von Kafkas „Verwandlung“. Ihre Theaterstücke wurden in über 30 Sprachen übersetzt und weltweit aufgeführt.

Quelle: www.perlentaucher.de

Mitwirkende

Stefanie GrüningInes FinidoriINES

„O ja. Ja, sehr streng bei den Zähnen. Es sind nicht so sehr die Zähne, es ist die Disziplin. Natürlich nehm auch ich es mit der Hygiene genau, aber die Zähne, das ist die Disziplin. Man geht  zu Bett, man putzt sich die Zähne.“

Gregor GrüningHenri

„On the flatness of galactic haloes? Das ist mein Thema! Was will er, Sonja, geh bitte zu ihm, mein Liebling!“

Katharina Losinzky – Sonja

„Er will keinen Apfel, er will einen Keks, aber er bekommt sowieso nichts. Im Bett wird nicht gegessen, man isst bei Tisch, und nicht im Bett, nach dem Zähneputzen, und jetzt möchte ich diese Akten durchsehen, ich habe morgen früh um zehn Uhr eine Sitzung.“

Christoph MünstermannHubert Finidori

„Ines, diese Leute sind uns völlig wurscht, er hat seit drei Jahren nichts veröffentlicht, er braucht meine Unterstützung, Forschungsdirektor zu werden, ob du mit einer Laufmasche ankommst oder nicht, sie werden vor uns katzbuckeln.“

 Regie: Jörg Wenners

Technik: Norbert Ruhrmann