Bandscheibenvorfall 2010

Bandscheibenvorfall – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden 2010

Im November und Dezember 2010 zeigte das Ensemble eine weitere Produktion. Unter der Regie von Holger Klocke wurde das Theaterstück “Bandscheibenvorfall – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden” in fünf Aufführungen in der BLACK BOX im Cuba aufgeführt. Weitere Informationen erhalten Sie über die linke Navigationsleiste.

Regie: Holger Klocke

Kretzky: Michael Schmalz
Hufschmidt: Gregor Grüning
Schmitt: Ramona Geßler
Kristensen: Katharina Losinzky
Kruse: Christoph Münstermann

Stück

Fünf Angestellte im Vorzimmer des Chefs. Bereit, sich in die Höhle des Löwen zu begeben. Sie haben an sich gearbeitet, um den richtigen Eindruck zu hinterlassen. (Was ist das eigentlich, ein richtiger Eindruck…?) – Sie haben nächtelang vor dem Spiegel geprobt, wissen ein nervöses Kopfwackeln ebenso effektiv einzusetzen wie die völlige Nichtbeachtung einzelner Kollegen. Der Auftritt vor dem Boss ist bis ins Detail durchchoreographiert (Brille in den Ascher, Hauptsache Blickkontakt…!). – Wenn sie das Büro wieder verlassen, ist natürlich alles optimal gelaufen. – Die Wartezeit verkürzt man sich untereinander mit gezielter Desinformation und schallenden Ohrfeigen.

Die Konkurrenz unter den Mitarbeitern tritt stellenweise brutal zu Tage. Die liefern sich Wortgefechte – und nicht nur das! Wie in jedem Arbeits-Kontext sind auch in “Bandscheibenvorfall” die Rollen recht klar abgegrenzt. Der Spielraum dazwischen wird jedoch schonungslos ausgenutzt. Aber eigentlich wollen sie doch alle nur vor dem Chef brillieren… Oder vielleicht rebellieren? Doch müsste man sich verbünden und allen Mut zusammen nehmen, um es dem Chef einmal so richtig zu zeigen. Oder doch nicht?

Quelle: http://www.henschel-schauspiel.de

Die Autorin

Ingrid Lausund (Foto: henschel SCHAUSPIEL Theaterverlag Berlin GmbH)

Geboren wurde Ingrid Lausund 1965 in Ingolstadt. Nach dem Abitur folgte ein Studium von Schauspiel und Regie an der Theaterakademie in Ulm. 1992 formiert sich in Ravensburg ein Freies Theater. In den nächsten Jahren entstehen dort über 30 unterschiedliche Eigenproduktionen: Geschlossene Stücke, Revuen, Improvisationsstücke, eine Theatersoap, Soloprogramme, Freilichtspektakel, Jugendtheater, musikalische Abende, Maskentheater, Tanzperformances und Theaterexperimente. Es schließen sich Auslandsaufenthalte in Griechenland, Paris und den USA an.

1997 entwickelt Ingrid Lausund mit russischen Studenten der Theaterakademie Almaty in Kasachstan “Glücksfelder”, ein Stück über das Leben während und nach Glasnost. Die Produktion tourt monatelang durch die ehemalige Sowjetunion und kommt 1998 nach München. Es folgen Einladungen zu “Theaterforen” und anderen Festivals. Ein Jahr später geht das Stück noch einmal auf Tournee durch Deutschland, die Schweiz und die Niederlande. 1999 erhält Lausund eine Gastprofessur am Mozarteum in Salzburg.

Ab 2000 arbeitet sie am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Während der Intendanz von Tom Stromberg ist sie dort Hausautorin und -regisseurin. Sie schrieb und inszenierte dort “Die Unsterblichen” (2000), “Hysterikon” (2001), “Bandscheibenvorfall – Ein Abend für Leute mit Haltungsschäden” (2002), “Konfetti! Ein Zauberabend für politisch Verwirrte” (2003) und “Der Weg zum Glück” (2004).

Seit 2001 werden ihre Stücke vom Henschel-Verlag Berlin verlegt und zum Teil in mehrere Sprachen übersetzt. Zuletzt wurde “Bandscheibenvorfall” ins Englische übertragen und vom German Theater Abroad zum New German Voices-Festival Ende Juni 2004 ins Public Theater nach New York eingeladen.

Ab 2002 arbeitet Ingrid Lausund parallel am Schauspiel Köln: “Das Leben – ein Hobby”, “Zuhause”, “Benefiz – Auch Ihnen kann geholfen werden!”. Ingrid Lausund lebt mittlerweile als freie Autorin und Regisseurin in Köln.

Quellen: http://www.henschel-schauspiel.de und http://www.theaterkosmos.at

Mitwirkende

Deutschland AG: Der Kampf um die letzten Arbeitsplätze tobt. Fünf erbarmungswürdige Fighter warten vor der TÜRZUMCHEF – im Vorzimmer zur Hölle. Die fünf haben alle noch ihren Job, sie hoffen auf Aufstiegsmöglichkeiten, sie fürchten ihre Kollegen und noch mehr den unsichtbaren allgegenwärtigen CHEF, hinter dessen Tür sich alles entscheidet. Wir sehen die fünf, wie sie sich vorbereiten auf den großen, herbeigefürchteten Auftritt beim CHEF: was sie alles mit sich machen, um im Spiel zu bleiben, was sie sich einfallen lassen, um die Konkurrenten in den Höllenschlund – die TÜRZUMCHEF – zu schicken und wir sehen, was sie dem CHEF – unsichtbar und allgegenwärtig – an Erniedrigungen erlauben, um den Job nicht zu verlieren.

Kretzky - Der lässig gekleidete, immer sympathische, gutaussehende Siegertyp. Er ist sich sicher, dass die nächste Beförderung nur eine Frage der Zeit sein kann. Verkörpert wurde die Figur durch Michael Schmalz.

Hufschmidt - Alphatier mit Knirschschiene für die Zähne. Verspannungen im Nackenbereich. Er hat es fast geschafft. Kann Schmitt nicht ausstehen. Aber eigentlich mag er sie doch. Gregor Grüning brachte den Macho Hufschmidt für “theaterTATort” auf die Bühne.

Schmitt - Man sieht ihr nicht an, dass sie die Nächte durcharbeitet, denn ihr Make-Up ist perfekt. Sie nimmt sich das Wochenende nur frei, wenn sie zu einem NLP-Erfolgs-Coaching-Seminar fährt. Den Gegenpart zu Hufschmidt, den sie eigentlich hasst, ihn aber irgendwie doch attraktiv findet, spielte Ramona Geßler.

Kristensen - Sie ist die einzige, die an die Geburtstage von Kollegen denkt. Sie ist diejenige, die das Geschenk gekauft hat und zu ihren Kollegen sagt: “Jetzt unterschreib noch schnell die Karte!” Ihre Auslagen dafür bekommt sie nie zurück und es wäre ihr auch peinlich danach zu fragen. Sie glaubt immer noch, dass sich Teamgeist auszahlt. Dargestellt wurde die Rolle von Katharina Losinzky.

Kruse - Ist wie er heißt. Jedes Team freut sich, wenn es einen Kruse gibt, denn egal wie gedemütigt man sich selber fühlt – dank Kruse gibt es immer einen, der noch kleiner ist. Er lässt sich nichts anmerken. Kränkungen sieht er als harmlosen Scherz unter Kollegen an. Panikattacken hebt er sich für zuhause auf. Den Kruse im Team gab Christoph Münstermann .

Der Regisseur

Holger Klocke

Holger Klocke gehört zu den Gründungsmitgliedern des Ensembles “theaterTATort”. Als Therapeut Stuart Framingham in “Trotz aller Therapie” stand er 2007 zum ersten Mal für das Ensemble auf der Bühne. Es folgte die Rolle des Yvan in “KUNST” und die männliche Hauptrolle in “Hotel zu den zwei Welten”.

Nach dem schauspielerischem Engagement für “theaterTATort” war Holger Klocke bei “Bandscheibenvorfall” zum ersten Mal als Regisseur verantwortlich. Dabei konnte er auf Erfahrungen aus früheren Produktionen in Ahlen und an den Westfälischen Freilichtspielen e.V. – Waldbühne Heessen zurückgreifen.